Druckkostenzuschuss für Studenten: Nützliche Informationen, Bedingungen und Anforderungen

Möchte man seine Dissertation oder anderweitigen Werke publizieren lassen, kann ein Druckkostenzuschuss das eigene Portemonnaie deutlich entlasten.
Möchte man seine Dissertation oder anderweitigen Werke publizieren lassen, kann ein Druckkostenzuschuss das eigene Portemonnaie deutlich entlasten. © 1702335 - Pakhnyushchyy, depositphotos.com

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“: Das ist vor allem auch unter Studierenden bekannt, gelten diese doch als notorisch knapp bei Kasse. Und das ist auch kein Wunder bei Kosten für die Wohnung oder ein Zimmer, Nebenkosten, Kosten für Lernmaterialien, das Semesterticket, die Telefonrechnung und vielen weiteren Ausgaben, denen sich Studierende stellen müssen. Des Weiteren kann häufig ein Nebenjob aus verschiedenen Gründen nicht immer wahrgenommen werden und auch das Bafög steht nicht jedem Studierenden zu. Zudem können nicht alle Eltern ihre Kinder während des Studiums unterstützen, weshalb das Geld mitunter schnell knapp wird. Wenn man nun zusätzlich Semesterarbeiten, die Dissertation oder die Bachelorarbeit drucken muss, macht sich nicht selten Verzweiflung ob der Finanzierung eines solch umfangreichen Papiers breit. Hier kann ein Druckkostenzuschuss ein wahrer Segen sein. Werden gewisse Voraussetzungen erfüllt, kann ein Teil oder gar der komplette Druck erstattet werden. Im Folgenden möchten wir einige Möglichkeiten vorstellen.

Der Begriff „Druckkostenzuschuss“ und seine Bedeutungen

Ein Druckkostenzuschuss kann unterschiedlich aussehen und in unterschiedlicher Höhe geleistet werden.
Ein Druckkostenzuschuss kann unterschiedlich aussehen und in unterschiedlicher Höhe geleistet werden. © 1702335 – Pakhnyushchyy, depositphotos.com

Bereits der Terminus „Druckkosten“ ist kein statischer und wird von diversen Seiten unterschiedlich definiert, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass dies auch Schwierigkeiten in der Definition des Druckkostenzuschusses mit sich bringt. Im Folgenden möchten wir daher kurz Definitionsvorschläge für den Bereich Verlagswesen und Studium geben.

Druckkostenzuschuss im Verlagswesen

Zunächst muss festgehalten werden, dass nicht jeder Verlag sämtliche Publikationen und deren Kosten übernimmt. Denn vor allem junge bzw. noch unbekannte Autoren müssen hier häufig selbst investieren, um Ihre Werke veröffentlichen zu lassen. Verlage wollen sich dabei im Falle eines Flops absichern bzw. mögliche finanzielle Einbußen bereits im Vorfeld so gering wie möglich halten. Diesbezüglich kommt ein Druckkostenzuschuss jungen Autoren durchaus zugute, indem dieser die anteilige oder volle Übernahme der Druckkosten oder gar der Publikationskosten, also auch der entstehenden Kosten über den bloßen Druck hinaus, umfassen kann. Darüber hinaus gibt es auch Zuschüsse, die zusätzlich eine zuvor kalkulierte Gewinnspanne einschließen bzw. beinhalten.

Besonders verbreitet sind derlei Zuschüsse in Wissenschaftsverlagen bzw. Fachverlagen für wissenschaftliche Abhandlungen, obgleich es auch in der Belletristik hin und wieder zu Beispielen für einen Druckkostenzuschuss kommt. Doch besonders wenn es um das Verlegen wissenschaftlicher Werke wie beispielsweise einer Dissertation geht, kann meist nicht von einem allzu großen Leserkreis ob der spezifischen Thematiken und deren hohem fachwissenschaftlichen Anspruch ausgegangen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss nur unwesentliche Einnahmen für den publizierenden Verlag, welche die Kosten für das Verlegen in einem solchen Fall kaum decken. Aus diesem Grund werden Doktoranden und andere Autoren wissenschaftlicher Arbeiten gern zur Kasse gebeten. Um diese nicht unbeträchtlichen Kosten für eine Publikation deckeln zu können, haben sich diverse Organisationen, und Stiftungen der Unterstützung dieser Verfasser verschrieben, um ihnen finanziell unter die Arme zu greifen. Dabei legen die verschiedenen Vereine Augenmerk auf unterschiedliche Schwerpunkte und stipulieren individuelle Voraussetzungen für den Druckkostenzuschuss. 

Druckkostenzuschuss für Doktoranden

Für Studierende, die einen Doktortitel anstreben, ist das Verfassen einer Doktorarbeit unerlässlich. Viele möchten ihre Dissertation zudem veröffentlichen, um der Zeit und dem Aufwand für diese Arbeit Rechnung zu tragen. Zudem leisten die verschriftlichten Forschungsergebnisse nicht selten ihren Beitrag zum späteren wissenschaftlichen Werdegang und erster Reputationen in den Kreisen, in die der Autor meist einzutreten wünscht. Wie weiter oben bereits angemerkt, hat nicht jeder Verlag Interesse daran, Werke meist unbekannter Autoren zu publizieren, vor allem dann nicht, wenn der angesprochene Leserkreis offensichtlich äußerst klein ist. Nun sind die Kosten für derlei Veröffentlichungen oft sehr hoch. Dies ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass eine Doktorarbeit zumeist besonders umfangreich ist, sondern auch, weil je nach Fachgebiet, zusätzlich Bilder, Grafiken, Diagramme und weiteres farblich dargestellt werden müssen, was im Besonderen bei Kunst- und Orientwissenschaften häufig vorkommt. Dies bedeutet eine enorme Kostenbelastung von teils mehreren Tausend Euro für einen ansprechenden Druck. Hinzu kommt bei vielen Verlagen eine geforderte Mindestauflage, also eine Mindestmenge an Druckexemplaren, die bei der Publikation eingehalten werden muss. Entsprechend höher sind die Druckkosten als sie für den herkömmlichen Druck in dreifacher Ausführung für Prüfungsamt und das jeweilige Institut wären. Im Folgenden möchten wir einige Möglichkeiten vorstellen, wie sich Studierende und Doktoranden bei der Publikation ihrer Schriften fördern lassen können.

Druckkostenzuschüsse über verschiedene Stiftungen

Gerade für junge Akademiker und Wissenschaftler bedeutet ein Druckkostenzuschuss oft einen wahren Segen für die Publikation der eigenen Werke.
Gerade für junge Akademiker und Wissenschaftler bedeutet ein Druckkostenzuschuss oft einen wahren Segen für die Publikation der eigenen Werke. © 24622143 – shawn_hempel, depositphotos.com

Die meisten Stiftungen, die einen Druckkostenzuschuss gewähren, richten sich vor allem an Doktoranden, die ihre Dissertation publizieren möchten. Dabei haben sich viele der Stiftungen speziellen Fachrichtungen im Besonderen verschrieben, weshalb im Folgenden einige fachspezifische Stiftungen beispielhaft vorgestellt werden sollen. Allerdings würde die Nennung aller möglicher Organisationen, bei denen ein Druckkostenzuschuss beantragt werden kann, den Rahmen dieses Artikels sprengen, weshalb die ausgeführten Beispiele auch als ebendiese betrachtet werden sollen: als Beispiele. Nützlich zu wissen ist außerdem, dass auch viele Universitäten ihren Studierenden Druckkostenzuschüsse im Rahmen eines stipendiumsähnlichen Rahmens gewähren; so beispielsweise die Universität Heidelberg, die Druckkostenzuschüsse für Dissertationen in den Geisteswissenschaften anbietet. Die Universität Duisburg indes stellt auf ihrer Homepage eine umfangreiche Liste verschiedener Stiftungen und Organisationen sortiert nach Fachgebieten zur Verfügung.

Die FAZIT-Stiftung

Die FAZIT-Stiftung ist eine gemeinnützige Verlagsgesellschaft mbH, die in Wissenschaft, Forschung, Bildung und Erziehung Stipendien vergibt. Sie entstand 1959 durch die Mehrheitsgesellschafterin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus der Allgemeinen Verlagsgesellschaft mbH. Heute werden neben Museen und kulturellen Einrichtungen auch Promovierende an Universitäten und Technischen Hochschulen gefördert. Unter diese Förderung fallen unter anderem Reisekostenzuschüsse, Stipendien und auch Druckkostenzuschüsse für die Promotion. Ausschlaggebend für eine Bewilligung ist hierbei eine finanzielle Notlage des Bewerbers, welcher nachweislich keine anderweitige Unterstützung erhält, die für den angestrebten Abschluss notwendig ist.

Druckkostenzuschuss für Geisteswissenschaftler

Auf wissenschaftliche Werke philologischer Natur, die vornehmlich im deutschsprachigen Kulturkreis angesiedelt sind, hat sich die Geschwister-Boehringer-Ingelheim-Stiftung für Geisteswissenschaften spezialisiert. Es werdend dabei ausschließlich Arbeiten gefördert, die mit summa cum laude oder wenigstens magna cum laude abgeschlossen wurden.

Ebenfalls an Geistes-, im Speziellen aber an Genderwissenschaftler richtet sich die FONTE-Stiftung. Für einen Druckkostenzuschuss ist ein Kostenvoranschlag des publizierenden Verlages sowie ein eigener Finanzierungsplan dem Antrag beizufügen.

Die Gerda-Henkel-Stiftung für Geschichtswissenschaften und Archäologie

Auch Geschichtswissenschaftler und Archäologen können sich über eine Organisation Unterstützung für die Publikation ihrer Dissertation einholen. Hier ist die Gerda-Henkel-Stiftung zu nennen, welche ihre geförderten Wissenschaftler mit Stipendien unterstützt. Wer sich hier besonders hervorhebt, kann einen Druckkostenzuschuss beantragen.

Die Barbara-Wengeler-Stiftung

Die Barbara-Wengeler-Stiftung befasst sich vornehmlich mit interdisziplinären Arbeiten bezüglich Philosophie und Neurowissenschaften. Dabei werden unter anderem Druckkostenzuschüsse gewährt, um Dissertationen und Habilitationen zu veröffentlichen. Bevor Antragsteller allerdings eine solche Förderung wahrnehmen können, sind in der Bewerbung die fertige Druckfassung der Arbeit sowie sämtliche Gutachten vorzulegen. Zudem werden eine entsprechende Danksagung an die Stiftung oder anderweitige Verweise auf ebendiese in der Publikation gewünscht.

Studienstiftung ius vivum für Rechtswissenschaften

Die Studienstiftung ius vivum richtet sich ausnahmslos an Studenten der Rechtswissenschaften und deren Unterkategorien. Gefördert werden also junge Juristen in Bezug auf wissenschaftliche Seminare, Promotion und Auslandsstudium, es werden Geldpreise für besonders hervorragende wissenschaftliche Leistungen verliehen, Fachbücher gestellt und Druckkostenzuschüsse für wissenschaftliche Arbeiten gewährt.

Der DAB (Deutsche Akademikerinnenbund e. V.)

Wie der Name dieses gemeinnützigen Vereins bereits impliziert, werden beim DAB ausschließlich Frauen, in diesem Fall Akademikerinnen, Promovendinnen und Postdoktorandinnen, gefördert. Dies beinhaltet auch einen Druckkostenzuschuss bis zu 500 Euro für eine Publikation der wissenschaftlichen Arbeit in einem deutschen Verlag sowie Reisekostenzuschüsse für Konferenzen und Tagungen. Die Förderung richtet sich vor allem an Wissenschaftlerinnen in Fachrichtungen mit geringem Frauenanteil. Zudem bietet der DAB Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Akademikerinnen deutschlandweit, aber auch auf internationaler Ebene.

Die VG WORT

Die Verwertungsgesellschaft WORT besteht aus einem Zusammenschluss von Autoren und Verlagen zur Verwertung von Urheberrechten. Druckkostenzuschüsse können gewährt werden, sofern die zu publizierende Dissertation mit summa cum laude abgeschlossen und sämtliche vollständige Gutachten ebenfalls eingereicht wurden. Zudem werden nur solche Werke unterstützt, die aufgrund ihrer Spezialisierung und geringen Auflage ohne finanzielle Hilfe andernfalls nicht erscheinen könnten.

Druckkostenzuschuss beantragen: Ein Fazit

Gerade für Studierende und Doktoranden ist ein Druckkostenzuschuss oft von essenzieller Bedeutung, da der Druck und die Publikation der Abschlussarbeit oder der Dissertation meist mit enormen Kosten verbunden ist. Diesem Umstand haben sich verschiedene Organisationen und Vereine angenommen und gewähren angehenden Akademikern und Wissenschaftlern Druckkostenzuschüsse für ihre Werke in unterschiedlicher Höhe. Dafür sind meist umfangreiche Bewerbungen vonnöten, die mitunter die bereits vollendeten Arbeiten sowie Nachweise über die finanzielle Notlage und einen Finanzierungsplan enthalten. Näheres kann über die entsprechenden Webseiten der Stiftungen erfahren werden.

TintenCenter wünscht viel Erfolg bei der Publikation Ihrer wissenschaftlichen Abhandlungen!

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