Festtinte für langanhaltende Ergebnisse: Ein Exkurs zum unkonventionellen Verbrauchsmaterial

Bei Festtinte handelt es sich um kleine Wachsklötzchen, die mithilfe von Hitze druckfähig gemacht werden.
Bei Festtinte handelt es sich um kleine Wachsklötzchen, die mithilfe von Hitze druckfähig gemacht werden. © 59928839 - decius, depositphotos.com

Vielen sind Tintenstrahldrucker und Laserdrucker ein Begriff. Weniger dagegen haben schon einmal etwas von einem Festtintendrucker gehört. Denn Tinte, das Verbrauchsmaterial für Tintenstrahldrucker, ist doch flüssig. Oder? Im Prinzip ist diese These korrekt. Doch gibt es auch solche Drucker, die mit Festtinte, sogenannten Tintenwürfeln arbeiten. Dabei ist die Tinte wachsartig und wird erst während des Drucks entsprechend erhitzt, um zu Papier gebracht werden zu können. Dieses Verfahren hat einige Vorteile gegenüber herkömmlicher Tinte, weshalb in diesem Artikel näher auf die Technologie der Festtintendrucker eingegangen werden soll.

Festtinte: Erläuterungen zur Technologie

Bevor näher auf einzelne Bestandteile, Funktionen und Anwendungen der Festtinte eingegangen werden soll, möchten wir Ihnen zunächst kurz erläutern, wie ein Festtintendrucker, auch Solid-Ink-Drucker genannt, arbeitet. Geräte mit dieser Technologie wurden zuerst von der Firma Tektronix, welche später von Xerox übernommen wurde, entwickelt. Wachsdrucker anderer Firmen gibt es allerdings nicht. Die Festtintendrucker werden unter den Bezeichnungen Phaser, ColorQube und WorkCentre vertrieben. Wachssticks in den üblichen Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz dienen bei diesen Geräten als Verbrauchsmaterial.

Die Wachsklötzchen oder ColorStix werden im Drucker erhitzt, sodass sie wie flüssige Tinte durch die Druckdüsen gepresst und zu Papier gebracht werden können. Dabei sind sie nicht separat in Patronen oder Kartuschen enthalten, sondern können so wie sie sind von Ihnen per Hand in die dafür vorgesehenen Plätze in Ihrem Drucker eingesetzt werden, nachdem Sie sie aus deren Blisterverpackungen entnommen haben. Über die Einschübe können Sie ebenfalls den aktuellen Füllstand kontrollieren.

Um die Wachsklötzchen so zu verflüssigen, dass sie durch die feinen Düsen gelangen können, müssen ebendiese stark erhitzt werden. Dies geschieht mittels spezieller Heizelemente, welche sich am Druckkopf befinden. Dieses Verfahren hat einen erhöhten Energiebedarf zur Folge, weshalb sich Festtinte trotz vieler Vorteile kaum großflächig durchsetzen konnte. Vergleichbar ist die Technologie mit den Gel-Druckern der Marke Ricoh. 

Achtung! Bedenken Sie außerdem, dass Sie mit einem Festtintendrucker kaum die Auflösung eines hochwertigen Tintenstrahl- oder Laserdruckers erreichen. 

Drucker mit Festtinte und deren Funktionsumfang

Auch wenn Drucker, die mit Festtinte arbeiten, höhere Energieaufwendungen aufweisen, bieten auch sie diverse positive Merkmale. So erreichen Sie beispielsweise mit dem ColorQube 8870 eine hohe Druckgeschwindigkeit von bis zu 40 Seiten in der Minute sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe, was einem hochklassigen Laserdrucker nahekommt. Mit der Festtinte oder Solid-Ink erzielen Sie auf fast allen Druckmedien herausragende Resultate. Die Pantone-gerechte Volltonfarb-Simulation sorgt gemeinsam mit der Farbkorrekturtechnologie von Xerox für gestochen scharfe und intensive Farb-Ausdrucke von bis zu 2.400 FinePoints. Dabei müssen Sie auch nicht lange auf die Ausgabe der ersten Seite warten, die Sie bereits nach circa 5 Sekunden in Händen halten, sobald der Drucker die Festtinte vollständig erhitzt hat. Dabei ist der ColorQube 8870 für ein hohes monatliches Druckvolumen von bis 120.000 Seiten ausgelegt, sodass Sie mit diesem Festtintendrucker auch ein hohes Druckaufkommen bewältigen können.

Vor allem in der Werbeindustrie werden Solid-Ink-Drucker aufgrund der Farbintensität von Festtinte gern genutzt.
Vor allem in der Werbeindustrie werden Solid-Ink-Drucker aufgrund der Farbintensität von Festtinte gern genutzt. © 23495557 – martinan, depositphotos.com

Neben reinen Druckern, bietet Xerox auch Multifunktionsgeräte an, die mit Festtinte arbeiten und sowohl drucken, kopieren, scannen als auch faxen können. Einen solchen Allrounder stellt beispielsweise der ColorQube 8900 dar. Hier wird Ihnen neben diversen Finishing-Features wie beispielsweise der Heftfunktion auch eine Duplexeinheit zur Verfügung gestellt, mit welcher Sie Ihre Dokumente beidseitig bedrucken und somit natürliche Ressourcen schonen können. Zudem können Sie diesen Drucker auch ganz bequem von Ihrem Smartphone aus ansprechen. Dafür sorgt die Verbindung via AirPrint. Sie können das Gerät aber auch direkt über das große Farb-Display bedienen.

Generell erhalten Sie wie bei anderen handelsüblichen Geräten auch Festtintendrucker mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Informieren Sie sich im Vorfeld, für welche Anwendungen Sie den Drucker benötigen und wählen entsprechend das passende System aus.

Festtinte und ihre Eigenschaften

Festtinte muss, wie bereits erwähnt, vor dem Druck zunächst erhitzt und verflüssigt werden, bevor sie durch die feinen Druckdüsen abgegeben werden kann. Unerwärmt ist sie in kleinen Wachssticks, sogenannten ColorStix, geformt. Die Festtinte kreiert besonders kräftige Farbausdrucke, die ein glänzendes Finish aufweisen und die Sie sogar auf dem Medium erfühlen können. Im Gegensatz zur herkömmlichen Druckertinte sind die Resultate wasserfest und somit witterungsbeständiger. Diesbezüglich ist der Druck mit Festtinte mit den Ergebnissen eines Laserdruckers vergleichbar. Eine weitere Ähnlichkeit ist ein Auffangbehälter für überschüssige Farbe. Dieser kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Sie den Drucker in Betrieb nehmen. Dabei wird bei jedem Einschalten eine Düsenreinigung durchgeführt, bei welcher Wachs von vorherigen Druckaufträgen von den Düsen entfernt wird, damit es nicht zum Eintrocknen der Druckköpfe kommt. Dabei wird allerdings auch eine große Menge an Wachs für die Säuberung aufgebracht, ähnlich dem Verfahren, wenn Sie manuell den Druckkopf reinigen lassen. Dabei wird eine große Menge an Tinte durch die Düsen gepresst, um diese von eventuellen Verschmutzungen zu befreien.

Vorteile von Festtinte

Die Arbeit mit Festtinte weist einige Vorteile auf, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. So erhalten Sie dank dieser Tintenform in der Regel ausgesprochen kräftige, lichtechte sowie brillante Druckergebnisse, die wasserfest und somit besonders witterungsbeständig sind. Dabei ist die Druckqualität so gut wie unabhängig davon, auf welchem Medium gedruckt wird.

Im Gegensatz zu Toner können Sie Festtinte bedenkenlos mit bloßen Händen anfassen. Des Weiteren ist kein Feinstaubfilter vonnöten, da es kaum Emissionsaustritt gibt. Allerdings kann es zur Geruchsbildung kommen, wenn die Wachsklötzchen zum Schmelzen gebracht werden. Dabei ist Festtinte äußerst umweltfreundlich, da Sie weder in Kartuschen noch in Patronen verwendet wird. Entsprechend weniger Ressourcen müssen aufgebracht werden. So entsteht schlussendlich auch weniger Müll, welcher zudem im Gegensatz zu Toner und Tinten im Hausmüll entsorgt werden kann. Denn Tonerkartuschen und Druckerpatronen entsorgen Sie separat aufgrund ihrer Bestandteile über den Hersteller oder einen geeigneten Wertstoffhof.

Besonders vorteilhaft ist bei den meisten Solid-Ink-Druckern, dass Sie das Verbrauchsmaterial selbst während eines laufenden Druckvorgangs nachfüllen können. Dabei ist es ausgesprochen simpel, den Füllstand über die Einschubfächer für die ColorStix zu prüfen.

Wer ein hohes Druckaufkommen zu verzeichnen hat, ist mit einem Festtintendrucker außerdem gut beraten, da diese Geräte ähnliche bzw. teils höhere Geschwindigkeiten erreichen als Laserdrucker derselben Klasse. Dabei sind die Druckkosten pro Seite moderat, ohne einen merklichen Unterschied zwischen Schwarz-Weiß- und Farbdruck aufzuweisen. Zudem werden neben den Wachklötzchen sowie einem Wartungskit keine weiteren Verbrauchsmaterialien benötigt. Es gibt dennoch auch einige Nachteile, wenn Sie mit Festtinte arbeiten.

Nachteile bei der Arbeit mit Festtinte

Wie bei jedem anderen Drucker auch gibt sowohl Vor- als auch Nachteile. Diese richten sich meist nach den Anwendungsgebieten und Ihren Ansprüchen an das Gerät und dessen Druckergebnisse. Wie bereits erwähnt, führt ein Festtintendrucker bei jedem Einschalten eine automatische Reinigung durch, welche viel Tinte verbraucht, um die Düsen vollständig zu entleeren und von Verschmutzungen zu befreien. Dies kann unter Umständen zwischen 10 und 20 Minuten dauern bis auch die Tinte gänzlich geschmolzen und bereit für den Druck ist. Sie können Ihren Drucker im Bereitschaftsmodus zwar angeschaltet lassen, damit die Tinte flüssig bleibt, jedoch ist der Energiebedarf in diesem Fall sehr hoch, sodass Sie mehr Kosten für Strom einkalkulieren müssen.

Möchten Sie Ihre Ausdrucke nachbearbeiten und beispielsweise beschriften, sollten Sie bedenken, dass Filzstifte, Kugelschreiber und ähnliches auf der wachsartigen Struktur nur sehr schwer haften. Zudem sind die Druckergebnisse nicht kratzfest, sodass Sie vorsichtig mit diesen umgehen sollten, um Ihre Ausdrucke nicht zu beschädigen. Auch gegenüber starker Hitze ist die Festtinte nicht beständig, da sie wieder schmelzen kann, sodass Ihre gedruckten Bilder oder Dokumente verwischen. Folglich kann im Gegensatz zu mit einem Laserdrucker erstellten Ausdrucken nicht von Dokumentenechtheit gesprochen werden, denn Festtinten-Drucke bleichen im Sonnenlicht außerdem aus.

Möchten Sie Ressourcen schonen und bereits mit Festtinte bedruckte Blätter erneut bedrucken, kann dies zu erheblichem Schaden an Ihrem Drucker führen, da die Hitzeeinwirkung die bereits vorhandene Tinte schmelzen würde, die sich wiederum im Inneren Ihres Geräts ablagern kann. Da das Wachs auf den Ausdrucken eine leichte Erhöhung aufweist, ist es ratsam die so gedruckten Seiten nicht über einen automatischen Dokumenteneinzug kopieren oder scannen zu lassen.

Tipp: Wer gegenüber Wachsgeruch empfindlich ist, sollte von dieser Art des Druckens absehen, da beim Schmelzen der ColorStix ebensolcher entstehen kann.

Festtinte: Verbrauchsmaterial mit Vorzügen und Schwächen

Festtinte bietet Ihnen ebenfalls das Farbspektrum der gängigen Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.
Festtinte bietet Ihnen ebenfalls das Farbspektrum der gängigen Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. © 10839147 – SSilver, depositphotos.com

So wie Druckertinte zu den teuersten Flüssigkeiten der Welt zählt und Toner durch seine Emissionen nicht ganz unbedenklich beim Einatmen ist, hat auch Festtinte gewisse Für und Wider, die gegeneinander abgewogen werden müssen. So eignen sich Festtintendrucker hauptsächlich für den Dauereinsatz im gewerblichen Bereich wie beispielsweise der Werbeindustrie, wo es in besonderem Maße auf Farbechtheit, Brillanz und geringe Druckkosten ankommt. Die lange Aufwärmzeit sowie der hohe Verbrauch an Tinte beim Einschalten sind der Effizienz Ihrer Druckaufgaben andernfalls weniger dienlich. Für einen schnellen Überblick möchten wir Ihnen noch eine kleine Tabelle mit an die Hand geben, die Ihnen die Entscheidung für oder gegen einen Festtintendrucker erleichtern kann.

Vorteile Nachteile
  • Farbechte und wasserfeste Resultate
  • Sehr hohe Druckreichweite und entsprechend geringe Druckkosten
  • Allgemein niedrige Seitenpreise; kaum abhängig von Schwarz-Weiß- oder Farbdruck
  • Festtintendrucker vergleichsweise wartungsarm
  • Hohe Druckgeschwindigkeit
  • Druckergebnisse werden kaum vom Druckmedium beeinflusst; folglich kann auf unterschiedlichsten Medien gedruckt werden
  • ColorStix entwickeln keine schädlichen Emissionen und können bedenkenlos angefasst werden
  • Wachsüberreste können in Hausmüll entsorgt werden
  • Kaum anfallender Müll, da Wachsklötzchen nicht in Kartuschen oder Patronen befindlich
  • Nachfüllen der Festtinte kann auch während des Betriebs vollzogen werden
  • Simple Füllstandsüberprüfung dank der gut einsehbaren Einschübe für ColorStix
  • Hoher Tintenverbrauch bei häufigem An- und Ausschalten
  • Lange Aufwärmdauer bis zu 20 Minuten
  • Nachbearbeitung durch wachsartige Oberfläche kaum realisierbar
  • keine kratzfesten Druckergebnisse
  • nicht hitze- und UV-beständig
  • automatischer Dokumenteneinzug kann zu Verschmutzungen im Gerät führen, da sich eventuell Tinte durch Hitze löst und im Drucker verbleibt
  • Verstopfen der Druckdüsen durch fest gewordenes Wachs
  • Höherer Stromverbrauch, wenn Drucker im Bereitschaftsmodus verbleibt, um Wachs flüssig zu halten
  • Mitunter unangenehmer Wachsgeruch während des Drucks

Machen Sie sich selbst ein Bild und entscheiden Sie, ob ein Wachsdrucker die richtige Wahl für Sie ist. Benötigen Sie zudem Hilfe bei Entscheidung für ein neues Gerät, kann Ihnen unser Laserdrucker-Tintenstrahldrucker-Vergleich weiterhelfen. Bedenken Sie, dass Festtintendrucker nicht mehr hergestellt werden, da sie in der heutigen, schnelllebigen Zeit eine zu lange Aufwärmdauer benötigen.

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