Laserdrucker reinigen: Wertvolle Tipps und Tricks

Laserdrucker sollten gereinigt, gewartet und gepflegt werden da sie so länger drucken können. | © jummie - Fotolia.com

Sie möchten wie gewohnt drucken, nur irgendetwas stimmt nicht. Sie erhalten verschmierte oder unvollständige Drucke, es kommt zu unerwünschtem Papierstau oder Ihr Laserdrucker arbeitet überhaupt nicht mehr. Oft liegt das Problem an kleinen Verschmutzungen, die mit der Zeit durch überschüssiges Tonerpulver, Staub oder Ähnliches entstehen. Möchten Sie also weiterhin von der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit Ihres Druckers profitieren, ist eine regelmäßige Reinigung empfehlenswert. Wie Sie Ihren Laserdrucker reinigen und die Lebensdauer des Geräts nachhaltig verlängern können, erfahren Sie hier.

1. Die grobe Reinigung

Laserdrucker bestehen wie auch Tintenstrahldrucker aus einer Vielzahl von Einzelteilen und empfindlichen Elementen. Hier hat Schmutz viele Möglichkeiten sich festzusetzen. So kann dieser beispielsweise in die Druckkassette, die Klappe für den Toner oder die einzelnen Papierfächer eindringen, da diese Bestandteile durch häufiges Öffnen und Schließen zum Ansetzen von Verunreinigen prädestiniert sind. Demzufolge ist es notwendig, den Laserdrucker vor allem von diesem groben Schmutz zu befreien und zu reinigen. Wird die regelmäßige Reinigung vernachlässigt, leidet die Druckqualität über Kurz oder Lang, es entstehen unschöne Flecken oder Streifen auf Ihren Ausdrucken und das sonst so scharfe Druckbild ist kaum wiederzuerkennen. Grobe Verschmutzungen können, sofern sie nicht beseitigt werden, sogar Schäden am Drucker verursachen, weshalb Sie sich genügend Zeit für die Reinigung Ihres Laserdruckers nehmen sollten. Gehen Sie dabei mit Sorgfalt vor, um das Gerät nicht durch zu rabiate Einwirkungen zu schädigen. Als Nächstes finden Sie eine Anleitung, wie Sie bei der Reinigung vorgehen können. Diese bezieht sich unter anderem auf Tintenstrahldrucker, kann aber auch auf Laserdrucker angewandt werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Laserdrucker reinigen

Im Folgenden möchten wir Ihnen Schritt für Schritt erklären, wie Sie bei der Reinigung Ihres Druckers vorgehen.

  • Vor dem Ausbau der einzelnen Bauteile sollte der Drucker ausgeschaltet sein. Beachten Sie hierbei, dass Laserdrucker eine längere Abkühlungsphase als Tintenstrahldrucker benötigen, da sie mit einer höheren Temperatur arbeiten. Lassen Sie den Drucker also komplett, bevor sie die einzelnen Bauteile anfassen. Wir empfehlen nach dem Abschalten eine Wartezeit von etwa 30 Minuten. Um nicht in den Kontakt mit elektrischer Ladung zu kommen, raten wir zudem dazu, Netzstecker sowie weitere Verbindungskabel vor der Reinigung abzuziehen.
  • Nachdem Sie den Laserdrucker abkühlen ließen sowie sämtliche elektrische Verbindungskabel entfernt haben, können Sie mit der Reinigung des Druckers beginnen. Es empfiehlt sich zunächst, Papierfächer und die Druckkassette aus dem Gerät herauszunehmen.
  • Sie können beispielsweise spezielle Reinigungssets verwenden, um Ihren Laserdrucker zu reinigen, es genügt jedoch auch ein handelsübliches fusselfreies Tuch.
  • Um zunächst lockeren, groben Schmutz zu entfernen, eignet sich ein trockenes fusselfreies Tuch. Lässt sich eine festsitzende Verunreinigung so nicht entfernen, tragen Sie sehr sparsam etwas Reinigungsmittel (z.B. Isopropanol) auf das Tuch auf, jedoch nur so viel, dass es nicht zu feucht wird, um Ihren Laserdrucker nicht zu beschädigen.
  • Für kleine Ecken und verwinkelte Stellen eignen sich besonders Wattestäbchen, um den Drucker zu reinigen.
  • Wischen Sie mit dem Tuch neben den Papierfächern auch die Aufnahmerolle vorsichtig ab. Gehen Sie hier besonders sorgsam vor, um keine Beschädigung des Geräts oder Bauteils zu bewirken.
  • Überschüssiges, loses Tonerpulver kann leicht beseitigt werden. Dies ist ein großer Vorteil eines Laserdruckers gegenüber Tintenstrahldruckern, bei welchen getrocknete Tinte nicht so einfach abgewischt werden kann.
  • Entwickler– und Belichtungseinheit müssen ebenfalls von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Hier gilt besondere Vorsicht, da es sich um sehr empfindliche Bauteile handelt. Ziehen Sie einen Fachmann hinzu, falls Sie unsicher sein sollten.
  • Um unerwünschte Ausdrucke mit Streifen zu vermeiden, reinigen Sie ebenfalls das Fuser-Kit, also die Fixierwalze, mit der Heizwalze.
  • Bei der Reinigung des Laserdruckers sollte auch das Transferband nicht zu kurz kommen.
  • Als weiterer wichtiger Bestandteil muss die Bildtrommel ebenfalls regelmäßig gereinigt werden. Wird dies versäumt, kann es zu einer fehlerhaften Aufladung kommen, weshalb es beim späteren Druck auf ein Medium zu Fehlern kommen kann.

Haben Sie alles berücksichtigt und Ihren Laserdrucker korrekt und sorgsam gereinigt, steht dem nächsten formvollendeten Druck nichts mehr im Wege, sobald Sie alle ausgebauten Bestandteile wieder sorgfältig montiert haben. Beachten Sie bitte, dass bei der Reinigung mit einem feuchten Tuch der Laserdrucker nicht sofort wieder eingeschaltet werden darf. Lassen Sie das Gerät einige Stunden vollständig trocknen, bevor Sie es wieder in Betrieb nehmen.

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2. Hinweise zur Reinigung der Trommeleinheit

Bei der Reinigung eines Laserdruckers von Brother, Samsung, OKI, Kyocera und sonstigen Herstellern sollte einigen Bauteilen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ein solches stellt die Trommel, auch Photoleiter genannt, dar, welche über eine Ladekorona elektrisch aufgeladen wird und mithilfe dieser Ladung Tonerpartikel aufnimmt.  Über die Transferrolle wird der Toner auf das Papier übertragen. Durch die Aufnahme des Toners können Reste zurückbleiben, weshalb eine regelmäßige Reinigung der Bildtrommel notwendig ist, damit hier keine verschmierten Druckbilder beispielsweise mit Streifen oder Flecken entstehen. Die Trommel ist sehr empfindlich. Gehen Sie bei der Reinigung dementsprechend vorsichtig vor.

Sind Sie eher ein Grobmotoriker, empfehlen wir, aufgrund der Sensibilität der Trommeleinheit, die Hilfe eines Fachmannes. Möchten Sie Kosten sparen und die Reinigung selbst vornehmen, bieten wir Ihnen hier einige Tipps und Tricks, wie Sie die Trommel Ihres Druckers richtig behandeln. Wenn Sie also selbst Ihren Laserdrucker reinigen, kümmern Sie sich auch intensiv um die einzelnen Bestandteile.

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Die Trommel reinigen: Schritt für Schritt erklärt

Um die Reinigung der Trommeleinheit vorzunehmen, können Sie sowohl unsere Anleitung als auch das Handbuch Ihres Druckers zu Hilfe nehmen. Wir raten Ihnen, sich für die Wartung einige Zeit zu nehmen und vorsichtig mit den Bauteilen umzugehen, um nichts zu beschädigen. Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt die korrekte Reinigung der Bildtrommel.

  • Wie bereits bei der Reinigung des Laserdruckers an sich, ziehen Sie bitte auch hier den Netzstecker des Geräts, um ein ungewolltes Einschalten zu vermeiden.
  • Öffnen Sie den Drucker. Hier erhalten Sie Zugriff auf die Tonerkartuschen sowie auch zur Trommeleinheit. Nutzen Sie das Handbuch Ihres Drucker-Modells, um die exakte Position der Trommel zu finden.
  • Entnehmen Sie die Trommel und vergewissern Sie sich, dass diese nicht beschädigt, sondern ausschließlich verschmutzt ist. Ist die Einheit defekt, hilft nur der Austausch mit einer neuen Bildtrommel.
  • Entfernen Sie nun grobe Tonerreste mit einer Pinzette oder wahlweise auch mit einer Zange. Hier gilt besondere Vorsicht, damit die Oberfläche dieses sensiblen Bauteils nicht beschädigt wird. Dies könnte unliebsame Rückstände auf dem Druckbild hinterlassen.
  • Für kleinere Tonerreste nutzen Sie idealerweise Wattestäbchen, welche Sie vorher beispielsweise in Reinigungsalkohol (Isopropanol) tauchen können. Hiermit entfernen Sie behutsam Restpulver durch sanftes Abreiben der Trommel.
  • Ist die Verschmutzung der Trommeleinheit besonders großflächig, können Sie auch ein fusselfreies Tuch verwenden, welches Sie ebenfalls mit Reinigungsalkohol benetzen und vorsichtig damit über die Trommel wischen.
  • Solange die Bildtrommel ausgebaut ist, können Sie die Umgebung ebenfalls vorsichtig säubern und von überschüssigem Tonerpulver befreien.
  • Ist alles gesäubert, können Trommel und Tonerkartusche wieder eingebaut werden.
  • Nach einer gewissen Trocknungsdauer können nun auch erste Testdrucke getätigt werden. Idealerweise ist das Druckbild wieder einwandfrei.

Tipp: Achten Sie bei der Reinigung der Trommel stets darauf, diese nicht zu beschädigen.

3. Den Koronadraht reinigen

Der Koronadraht dient der Aufladung der Trommel, weshalb dieser selbst mit hoher Stromspannung aufgeladen wird. Durch das Drehen der Trommel bleiben die negativ geladenen Ionen nun überall an ihr haften. Die hohe Spannung des Koronadrahts birgt allerdings auch einen Nachteil: sie zieht Tonerpartikel an, die am Draht heften bleiben. Damit dies nicht zu Schwierigkeiten beim Druck führt, sollte auch dieses Bauelement regelmäßig von Schmutz und Ablagerungen befreit werden.

Während Sie Ihren Laserdrucker reinigen, werden Sie einen kleinen Schieber feststellen, den Sie wahrscheinlich schon ganz automatisch und selbstverständlich beim Wechsel der Tonerkartuschen betätigen. Der Draht sollte bei der Reinigung des Druckers nie zu kurz kommen, wenn Sie Streifen und Flecken auf Ihren Ausdrucken vermeiden möchten.

Die ordentliche Entfernung von Schmutz auf dem Koronadraht

Um dieses hochempfindliche Element in Ihrem Laserdrucker korrekt zu reinigen, bieten wir Ihnen hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Befolgen Sie diese vorsichtig und sorgsam, ist es nicht notwendig, einen Spezialisten zu beschäftigen.

  • Da der Koronadraht mit einer sehr hohen Spannung arbeitet, ist es in jedem Fall ratsam, den Laserdrucker auszuschalten und vom Strom zu trennen.
  • Öffnen Sie den Drucker an der Stelle, wo Toner und Trommel sitzen und entfernen Sie die Tonerkartusche. Achten Sie hierbei darauf, dass kein Tonerpulver verstreut wird. Legen Sie die Kassette idealerweise auf einer alten Zeitung ab und geben Sie Acht, sich nicht zu beschmutzen. Sollte dies wider Erwarten doch einmal geschehen, entfernen Sie das Pulver mit Wasser von Kleidung und Haut.
  • Achten Sie im Drucker darauf, nicht an die Elektroden zu kommen, mit welchen der Korondraht elektronisch verbunden ist. Die exakte Position der Elektroden entnehmen Sie bitte dem Handbuch Ihres Laserdruckers.
  • Die genaue Lage des oben beschriebenen Schiebers entnehmen Sie zur Reinigung des Drahts bitte ebenfalls der Bedienungsanleitung des Drucksystems. Nun sollte dieser Schieber mehrmals von links nach rechts bewegt werden. Achtung! Der Schieber muss sich danach wieder an der gleichen Stelle befinden wie zu Anfang, da sonst unschöne senkrechte Streifen auf den Ausdrucken entstehen können.
  • Montieren Sie zum Schluss die Tonerkartusche wieder ordnungsgemäß in den Drucker und schließen Sie das Gerät an den Stromkreis an.
  • Ist dies alles erfolgt, können erste Testdrucke stattfinden.

Sollten die Ausdrucke weiterhin unleserlich sein, wiederholen Sie die Reinigung. Kommt es dennoch zu Flecken und Streifen, könnten Verschmutzungen an anderer Stelle im Drucker dafür zuständig sein. Sehen Sie sich daher beispielsweise die Fixiereinheit genauer an.

4. Reinigen der Fixiereinheit

Möchten Sie Ihren kompletten Laserdrucker reinigen, darf auch die Fixiereinheit, welche dafür zuständig ist, das auf dem Papier aufgetragene Tonerpulver zu fixieren, nicht vergessen werden. Diese Einheit besteht hauptsächlich aus drei Bauteilen: dem Heizelement, der Fixier- sowie der Anpresswalze. Das Heizelement wird von Strom durchflossen und so aufgeheizt. Diese Hitze gibt es an die Fixierwalze weiter, welche dadurch den Toner zum Schmelzen bringt. Nun wird das Papier oder ein anderes Medium, auf welches gedruckt werden soll, von der Anpresswalze an die Fixierwalze gepresst, wodurch das geschmolzene Tonerpulver mit dem Papier eine feste Bindung eingeht.

Ist es nun so, dass sich Verschmutzungen in Form von Tonerpartikeln oder Ähnlichem auf den Walzen oder der kompletten Einheit befinden, kommt es nicht selten zu Streifen und Flecken auf Ihren Ausdrucken. Um dies zu umgehen, gehört eine regelmäßige Reinigung zur Wartung Ihres Druckers dazu. Damit Sie nicht gleich eine komplett neue Fixiereinheit kaufen müssen, schauen Sie sich unsere Tipps zur Reinigung der Einheit an. Oftmals ist es ausreichend, die einzelnen Bauelemente zunächst zu reinigen, bevor man sie in den Müll verfrachtet. Bei regelmäßiger Reinigung können Sie nicht nur fehlerhafte Drucke umgehen, sondern verlängern sogar die Lebensdauer der Einheit.

Auf die korrekte Vorgehensweise kommt es an

Damit Sie mit der Frage der richtigen Vorgehensweise bei der Reinigung der Fixiereinheit nicht alleine dastehen, zeigen wir Ihnen hier Schritt für Schritt, wie es funktioniert.

  • Achten Sie zunächst darauf, die Reinigung nicht direkt nach dem letzten Druck durchzuführen, da viele Bauteile in einem Laserdrucker mit hoher Spannung geladen und somit sehr heiß sind.
  • Lassen Sie den Drucker also zunächst abkühlen und schalten Sie ihn ab. Denken Sie daran, das Gerät auch von allen Stromleitungen zu trennen.
  • Entfernen Sie die Fixiereinheit aus dem Drucker. Sie finden sie in der Regel im hinteren linken Bereich des Druckers. Vergewissern Sie sich diesbezüglich aber mit der Bedienungsanleitung für Ihren Laserdrucker.
  • Öffnen Sie zum Ausbau der Einheit die Halteklammern, welche die Fixiereinheit an Ort und Stelle halten.
  • Entnehmen Sie die Einheit und legen Sie sie auf eine gerade Unterlage, welche vor Beschmutzungen geschützt ist.
  • Nun kann grober Schmutz mit einem Staubsauger auf niedrigster Stufe entfernt werden. Befinden sich feine Verunreinigungen auf der Einheit, entfernen Sie diese mit einem fusselfreien, weichen Tuch.
  • Nach Reinigung der Fixiereinheit setzen Sie sie wieder in den Drucker ein. Befolgen Sie dafür die Anweisungen für den Ausbau der Einheit in umgekehrter Reihenfolge.

Tipp: Überzeugen Sie sich von der gelungenen Reinigung durch einen Testdruck.

Verschiedene Hersteller – verschiedene Vorgehensweisen

Wie auch in anderen Bereichen erfordert auch die Reinigung des Laserdruckers abhängig vom Hersteller verschiedene Arten der Handhabung. Entwickler wie Brother, Epson, HP und viele weitere produzieren die unterschiedlichsten Geräte und Drucksysteme. Der unterschiedliche Aufbau der Systeme bedeutet auch bezüglich der Reinigung kleine aber feine Eigenheiten. Die aufgezeigten Tipps und Tricks richten sich im Allgemeinen an Laserdrucker und Kopierer. Halten Sie im Zweifelsfall stets das betreffende Handbuch Ihres Gerätes parat, sodass Sie die genaue Position der verschiedenen Bauelemente nachvollziehen können.

Neben den beschriebenen Elementen sollte auch der Resttonerbehälter, der bei den meisten Laserdruckern ebenfalls zum Verbrauchsmaterial zählt, ausgetauscht werden. Nutzen Sie für den Wechsel beispielsweise eine alte Zeitung oder ein altes Tuch, damit nichts beschmutzt wird.

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Weitere nützliche Anmerkungen

Sollte es trotz der intensiven Reinigung zu schlechten Druckergebnissen kommen, können andere Umstände Grund dafür sein, warum Ihr Drucker verschmierte, mit Flecken oder Streifen versehene Resultate liefert. Ob beispielsweise ein Defekt am Laserdrucker selbst oder an einem der verbauten Elemente vorliegt, muss von Fall zu Fall betrachtet werden. Dennoch ist die Reinigung des Laserdruckers immer ein guter Ansatz, um eventuellen Fehldrucken vorzubeugen.

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