{"id":2318,"date":"2018-11-12T10:15:03","date_gmt":"2018-11-12T09:15:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/?p=2318"},"modified":"2018-11-12T10:02:15","modified_gmt":"2018-11-12T09:02:15","slug":"wie-wird-tinte-hergestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/","title":{"rendered":"Wie wird Tinte hergestellt? Zur Produktion und Geschichte einer wertvollen Fl\u00fcssigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Tinte geh\u00f6rt zu den Erfindungen, welche die Kulturen und somit die Entwicklung der Menschheit nachhaltig beeinflusst haben. Doch <strong>wie wird Tinte hergestellt<\/strong> \u2013 und wie hat sich der <strong>Fertigungsprozess im Laufe der Jahrhunderte<\/strong> (von der Eisengallustinte bis hin zu modernen Tintensorten) ver\u00e4ndert? Welche Zutaten werden ben\u00f6tigt, damit auf dem Papier ein gutes Schrift- beziehungsweise Druckbild entsteht? Diesen und anderen Fragen wollen wir in diesem Artikel nachgehen.<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-grey ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Geschichte_der_Tintenherstellung\" >Geschichte der Tintenherstellung<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Indische_Tinte_Unerlaessliches_Mittel_fuer_die_Kalligraphie\" >Indische Tinte: Unerl\u00e4ssliches Mittel f\u00fcr die Kalligraphie<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Eisengallustinte_Erfolgsrezept_bis_auf_den_heutigen_Tag\" >Eisengallustinte: Erfolgsrezept bis auf den heutigen Tag<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Sepiatinte_Farbstoff_aus_Tintenfischen\" >Sepiatinte: Farbstoff aus Tintenfischen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Farbige_Tinte_im_fruehen_Entwicklungsstadium\" >Farbige Tinte im fr\u00fchen Entwicklungsstadium<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Wie_wird_Tinte_heute_hergestellt\" >Wie wird Tinte heute hergestellt?<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-7\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Die_Grundstoffe_zur_Tintenherstellung\" >Die Grundstoffe zur Tintenherstellung<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-8\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Tintenherstellung_die_Produktionsschritte\" >Tintenherstellung: die Produktionsschritte<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-9\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Die_Herstellung_von_Druckertinte\" >Die Herstellung von Druckertinte<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-10\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/#Fazit_Tintenherstellung_ist_eine_Wissenschaft_fuer_sich\" >Fazit: Tintenherstellung ist eine Wissenschaft f\u00fcr sich<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Geschichte_der_Tintenherstellung\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Geschichte der Tintenherstellung<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Wie bei vielen anderen bahnbrechenden Erfindungen auch liegt der <strong>Ursprung der Tinte im alten \u00c4gypten<\/strong>. Dort wurden <b>die ersten Tinten bereits ab circa 3000 v. Christus<\/b> gemischt und verwendet, um Papyrus, der Vorl\u00e4ufer des Papiers, zu beschreiben. Die damals verwendete <strong>Tinte war entweder rot oder schwarz<\/strong> und wurde aus einem Gemisch aus Ru\u00df beziehungsweise eisenoxydhaltiger Erde, Essig und Wasser hergestellt. Hinzu kam ein <strong>Bindemittel<\/strong> wie zum Beispiel Gummi arabicum, welches wiederum aus <strong>Akazienb\u00e4umen<\/strong> gewonnen wird.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Indische_Tinte_Unerlaessliches_Mittel_fuer_die_Kalligraphie\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Indische Tinte: Unerl\u00e4ssliches Mittel f\u00fcr die Kalligraphie<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Auch in China wurden ab etwa 2600 v. Christus vergleichbare Tinten gemischt. Die bew\u00e4hrten Rezepte blieben dort f\u00fcr etwa 1600 Jahre erhalten, denn erst 1000 v. Christus begann die so genannte <b>Indische Tinte<\/b>, sich durchzusetzen und an Einfluss zu gewinnen. Hier \u00e4nderte sich die Zusammensetzung erstmals grundlegend: dem aus <strong>verbrannter Nadelholzkohle und Lampen\u00f6l gewonnenen Ru\u00df<\/strong> wurde ein <strong>Leim aus Gelatine beigemischt<\/strong>. Dieser Brei wurde anschlie\u00dfend in Stangenform zusammengepresst und getrocknet. Wollte man die Tinte anschlie\u00dfend zum Schreiben oder Zeichnen verwenden, konnte man sie unter Zuhilfenahme von Wasser wieder verfl\u00fcssigen. Diese Technik hat sich \u00fcbrigens bis heute erhalten, da sie in der Kalligrafie (die Kunst des Sch\u00f6nschreibens von Hand) nach wie vor Verwendung findet.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Eisengallustinte_Erfolgsrezept_bis_auf_den_heutigen_Tag\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Eisengallustinte: Erfolgsrezept bis auf den heutigen Tag<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Fast schon als bahnbrechend ist die Erfindung der <b>Eisengallustinte<\/b> zu bezeichnen, die im 3. Jahrhundert v. Christus. stattfand. Nicht nur w\u00e4hrend des gesamten Mittelalters, sondern sogar bis ins 20. Jahrhundert hinein blieb diese Tintensorte die <strong>wichtigste Tinte \u00fcberhaupt<\/strong>.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herstellung von Eisengallustinte wird <strong>aus Schwefels\u00e4ure gewonnenes Eisensulfalt<\/strong> ben\u00f6tigt, welches <strong>mit Wasser, Gummi arabicum und Galluss\u00e4ure vermischt<\/strong> wird. Diese letztgenannte Zutat wird aus zerkochten und zerstampften Gall\u00e4pfeln gewonnen. Bei Gall\u00e4pfeln handelt es sich wiederum nicht um Fr\u00fcchte, wie man zun\u00e4chst annehmen k\u00f6nnte, sondern um <strong>befruchtete Eier der Gemeinen Eichengallwespe<\/strong>. Diese werden von den Insekten an der Unterseite von Eichenbl\u00e4ttern abgelegt, worauf der Baum in einer Abwehrreaktion eine Wucherung rund um die Ablegestelle bildet. Ein solcher Gallapfel enth\u00e4lt hohe Anteile von Gerbs\u00e4ure (Tannin) und Galluss\u00e4ure, welche einen wesentlichen Anteil bei der Herstellung von Eisengallustinte besitzt. Interessant ist, dass <strong>die Tinte erst durch Oxidation<\/strong> (Reaktion mit Sauerstoff) <strong>auf dem Papier sichtbar wird<\/strong>. Das zweiwertige Eisen reagiert zu dreiwertigem Eisen, das mit der Galluss\u00e4ure aus der Fl\u00fcssigkeit eine Verbindung eingeht. Das Ergebnis ist eine <strong>tiefschwarze Tinte<\/strong>, die in diesem Zustand erst nach etwa einem Tag vollst\u00e4ndig sichtbar ist. Um sie beim Schreiben besser sichtbar zu machen, werden der Tinte meistens noch Farbstoffe beigemischt, die sp\u00e4ter wieder verblassen und dem eigentlichen Schwarzton Platz machen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2319\" aria-describedby=\"caption-attachment-2319\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/gallaepfel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2319\" src=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/gallaepfel-1024x678.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"678\" srcset=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/gallaepfel-1024x678.jpg 1024w, https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/gallaepfel-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/gallaepfel-768x508.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2319\" class=\"wp-caption-text\">Gall\u00e4pfel stellen einen wesentlichen Bestandteil der Eisengallustinte dar. \u00a0| \u00a9 Bild: 11955129 &#8211; Artverau, depositphoto.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der \u201eindustrielle Durchbruch\u201c der Eisengallustinte erfolgte ab 1856, nachdem der s\u00e4chsische Parf\u00fcmbfabrikant und Chemiker Christian August Leonhardi die von ihm entwickelte <strong>Alizarin-Tinte<\/strong> zum Patent angemeldet hatte. Diese Tintenart basierte auf der altbekannten Eisengallus-Rezeptur, die mit dem <strong>Farbstoff Alizarin<\/strong> versetzt wurde und sich schnell weltweiter Beliebtheit erfreute.<\/p>\n<p>Eisengallustinte ist nicht zuletzt wegen der bedeutenden Schriftst\u00fccke, die mit ihr verfasst wurden, auch im Hinblick auf die Menschheitsgeschichte von gro\u00dfer Bedeutung. Dazu geh\u00f6ren unter anderem die <strong>Magna Carta<\/strong>, die <strong>Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung<\/strong> der Vereinigten Staaten von Amerika sowie <strong>Briefe von Charles Darwin und Zeichnungen von Rembrandt, Vincent van Gogh und Leonardo da Vinci.<\/strong><\/p>\n<p>Bis heute wird Eisengallustinte zur Unterzeichnung wichtiger Dokumente verwendet, da sie als <strong>dokumentenecht<\/strong> (schnelle Trocknung, nicht radierbar, lichtecht und wasserfest) gilt.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Sepiatinte_Farbstoff_aus_Tintenfischen\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Sepiatinte: Farbstoff aus Tintenfischen<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Diese spezielle Tintenart kommt bis auf den heutigen Tag zur Anwendung; allerdings wird sie eher weniger zum Schreiben oder Zeichnen verwendet. Die Rede ist von der so genannten <strong>Sepiatinte<\/strong>, die aus dem Farbstoff gewonnen wird, der sich in den Tintenbeuteln von Tintenfischen befindet. Dieser Beutel wird nach dem Fang der Tintenfische entfernt, getrocknet und anschlie\u00dfend gem\u00f6rsert. Das auf diese Art gewonnene Pulver kann, mit Wasser gemischt, als Schreibtinte eingesetzt werden. Diese Art der Herstellung von Tinte wurde erstmals von dem r\u00f6mischen Politiker und Schriftsteller <b>Marcus Tullius Cicero<\/b> (106 \u2013 43 v. Chr.) beschrieben; die konkrete Verwendung von Sepiatinte ist allerdings erst ab 1780 belegbar.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2320\" aria-describedby=\"caption-attachment-2320\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/tintenfisch-sepialieferant.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2320\" src=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/tintenfisch-sepialieferant-1024x612.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"612\" srcset=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/tintenfisch-sepialieferant-1024x612.jpg 1024w, https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/tintenfisch-sepialieferant-300x179.jpg 300w, https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/tintenfisch-sepialieferant-768x459.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2320\" class=\"wp-caption-text\">Aus dem Tintensack von Tintenfischen l\u00e4sst sich der begehrte Farbstoff Sepia extrahieren.\u00a0| \u00a9 Bild: 9842037 &#8211; mexrix, depositphoto.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heutzutage wird <strong>Sepia<\/strong> zum F\u00e4rben von Lebensmitteln (insbesondere Nudeln oder Reis) sowie in der Aquarellmalerei verwendet.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Farbige_Tinte_im_fruehen_Entwicklungsstadium\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Farbige Tinte im fr\u00fchen Entwicklungsstadium<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Neben Tinte mit schwarzer F\u00e4rbung, die zum Beschreiben von Pergament (und sp\u00e4ter Papier) eingesetzt wurde, wurden im Mittelalter auch Mittel und Wege zur Herstellung von Tinten ersonnen, die <strong>bestimmte farbige Pigmente enthielten<\/strong> und dadurch vom \u00fcblichen Schwarzton abwichen. Mit ihnen war es m\u00f6glich, <strong>Illustrationen anzufertigen<\/strong> und Schriftst\u00fccke in besonders edlem Licht erstrahlen zu lassen. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel <strong>Goldtinte, Silbertinte oder Dornrindentinte<\/strong>, die eine <strong>rotbraune F\u00e4rbung<\/strong> aufweist und deren Herstellung erstmals um das Jahr 1100 n. Chr. durch den M\u00f6nch Theophilus beschrieben wurde. Bei der Herstellung kamen Schlehenzweige, Wasser, Wein und Baumharz zum Einsatz. Der so genannte Bister wurde zwar relativ sp\u00e4t erfunden, soll hier aber auch nicht unerw\u00e4hnt bleiben.<\/p>\n<p>Einige weitere historische F\u00e4rbem\u00f6glichkeiten von Tinte:<\/p>\n<p><b>Karmin-Tinte<\/b>: einen sch\u00f6nen Rot-Ton ergeben zerquetschte Kermes-Schildl\u00e4use, die bereits in fr\u00fchester Zeit zur Gewinnung von Farbe verwendet wurden. Nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinents wurde die Produktion mit Cochenille-Schildl\u00e4usen fortgef\u00fchrt, da diese sich als wesentlich ergiebiger herausstellten. Das durch die L\u00e4use gewonnene Karmin wurde in Ammoniak gel\u00f6st und durch den Zusatz von Gummi arabicum zu einem schreibf\u00e4higen Gebr\u00e4u verarbeitet.<\/p>\n<p><b>Preu\u00dfisch-Blau:<\/b> Die Entdeckung dieses Farbstoffs im Jahre 1706 war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur industriellen Farbstoff-Fertigung, denn das hochwertige Pigment konnte problemlos in gr\u00f6\u00dferen Mengen hergestellt werden. Preu\u00dfisch-Blau wird in der Chemie eigentlich als Eisenhexacyanoferrat (Druckexperten haben vielleicht direkt das Wort \u201eCyan\u201c in diesem zungenbrecherischen Begriff ausgesp\u00e4ht) bezeichnet und wird aus Eisen- sowie Blutlaugensalz gewonnen. Der Farbstoff wurde in Oxals\u00e4ure aufgel\u00f6st und anschlie\u00dfend mit Gummi arabicum versetzt.<\/p>\n<p><b>Brasilholz-Tinte:<\/b> Die Herstellung dieser roten Tinte war vor allem deshalb so teuer, weil das ben\u00f6tigte Holz des Rotholzbaumes aus Indien importiert werden musste. Besagtes Holz wurde mehrfach ausgekocht und gefiltert und anschlie\u00dfend unter Zugabe eines Metallsulfats (kristallisiertes, wasserhaltiges Doppelsalz) zu einer tiefroten Tinte anger\u00fchrt.<\/p>\n<p><b>Blauholz-Tinte:<\/b> Diese Tinte wird aus dem Holz des Blutholzbaumes gewonnen, der urspr\u00fcnglich aus Mexiko stammte und Ende des 19. Jahrhunderts auch in den niederl\u00e4ndischen Kolonien Indiens kultiviert wurde. Entsprechend teuer war also auch diese Tintensorte. Zur Gewinnung wird das Holz des Baumes ausgekocht, woraufhin der abgekochte Saft einige Zeit lang reifen muss. Das Ergebnis spielt eher in Richtung Violett.<\/p>\n<p><b>Gelbe \u201eTinte\u201c:<\/b> Die Erzeugung eines gelben Farbstoffs war bereits im Mittelalter ein diffiziles Unterfangen. Die Gewinnung aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen wie B\u00e4umen oder Erden erwies sich als unm\u00f6glich, weswegen man mit den Anf\u00e4ngen von Alchemie und Chemie auf Blei- und Arsenverbindungen zur\u00fcckgriff, um gelbe Farbstoffe zu erzeugen \u2013 so zum Beispiel Auripigment, Blei-Zinn-Gelb oder Bleichromat.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert erstarkte die moderne Chemie, was auch die Entwicklung einer Vielzahl neuer Farbstoffe zur Folge hatte und dadurch auch die Kreation neuer Tinten zur Folge hatte. <strong>Permanente Forschung und Weiterentwicklung<\/strong> resultierten nicht zuletzt in der Erfindung moderner Druckertinten, so wie wir sie heute kennen.<\/p>\n<h2 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Wie_wird_Tinte_heute_hergestellt\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Wie wird Tinte heute hergestellt?<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Wie bereits gesagt, wird <strong>Eisengallustinte<\/strong> nach modernen Rezepten bis auf den heutigen Tag verwendet. Doch daneben haben sich nat\u00fcrlich auch <strong>neue Tintensorten<\/strong> etabliert. Die Hersteller sind nat\u00fcrlich darauf bedacht, ihre Original-Rezepte geheim zu halten; jedoch lassen sich ein paar <strong>allgemeing\u00fcltige Beobachtungen<\/strong> rund um die (industrielle) Herstellung von Tinte festhalten.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Grundstoffe_zur_Tintenherstellung\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Die Grundstoffe zur Tintenherstellung<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Auch wenn die spezifische Zusammensetzung jeder einzelnen Tinte unterschiedlich ist: es gibt <strong>drei grundlegende Zutaten<\/strong>, auf welchen moderne Tinten in aller Regel basieren. Diese sind wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li>Wasser<\/li>\n<li>Farbstoff<\/li>\n<li>Befeuchtungsmittel<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Wasser <\/b>besitzt dabei den <strong>gr\u00f6\u00dften Anteil<\/strong> (je nach Tinte betr\u00e4gt dieser 70 bis 90 Prozent). Besonderes Augenmerk wird dabei auf die <strong>Reinheit des Wassers<\/strong> gelegt.<\/p>\n<p>Der <b>Farbstoff <\/b>ist verantwortlich f\u00fcr die <strong>Farbe der Tinte<\/strong> und stellt somit das <strong>Herzst\u00fcck einer jeden Zusammensetzung<\/strong> dar. Prinzipiell kann heutzutage <strong>jeder beliebige Farbstoff<\/strong> (sowohl l\u00f6slich als auch unl\u00f6slich) verwendet werden, wenn das <strong>passende L\u00f6sungs- bzw. Bindemittel<\/strong> beigemischt wird. Gewisse Farbstoffe haben sich zur Herstellung bestimmter farbiger Tinten durchgesetzt.<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr das <strong>Schreiben mit F\u00fcllfederhaltern<\/strong>, insbesondere in der Schule, wo sowohl das Schreiben an sich als auch die Rechtschreibung gelehrt wird, ist die <strong>Verwendung blauer Tinte<\/strong> wegen ihrer hervorragenden Wasserl\u00f6slichkeit beliebt. Dabei handelt es sich um so genannte <strong>Triphenylmethanfarbstoffe<\/strong>; konkrete Beispiele sind Wasserblau oder Helvetia Blau. Diese Farbstoffe k\u00f6nnen bei Bedarf mit einem Tintenkiller wieder unsichtbar gemacht werden.<\/li>\n<li><b>Schwarze Tinte<\/b> basiert meistens auf dem Pigmentfarbstoff <strong>Farbru\u00df<\/strong>.<\/li>\n<li><b>Rote Tinte<\/b> erh\u00e4lt man durch den Einsatz des Farbstoffes <strong>Eosin<\/strong>.<\/li>\n<li><b>Gr\u00fcne Tinte<\/b> kann durch die Beimischung von saurem <strong>Indigokarmin<\/strong> hergestellt werden.<\/li>\n<li><b>Wei\u00dfe Tinte<\/b> enth\u00e4lt die gleichen Pigmente wie <strong>Deckwei\u00df<\/strong>; dieses Pigment selbst ist nicht n\u00e4her definiert; verschiedene Substanzen wie <strong>Zinkoxid, Titanoxid, Bleiwe\u00df oder Bariumsulfat<\/strong> kommen in Frage.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Tintenherstellung_die_Produktionsschritte\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Tintenherstellung: die Produktionsschritte<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Die <strong>einzelnen Schritte in der Herstellung von Tinten unterscheiden sich voneinander<\/strong>; Einzelheiten sind nur schwer zu benennen, da die Produzenten, wie oben bereits gesagt, sehr darauf achten, ein Nachbrauen Ihrer Tinten durch strenge Geheimhaltung des Fertigungsprozesses zu verhindern. Ein paar wenige Vorgehensweisen im Prozess der Tintenherstellung lassen sich aber konkret benennen.<\/p>\n<ul>\n<li><b>W\u00e4rmebehandlung:<\/b> diese Prozedur wird in Einzelf\u00e4llen mit einigen Komponenten durchgef\u00fchrt.<\/li>\n<li><b>Aufl\u00f6sung in Wasser:<\/b> die einzelnen Inhaltstoffe werden in Wasser, die Hauptzutat von Tinte, gegeben.<\/li>\n<li><b>Filterung:<\/b> Nach der Mischung wird die Tinte oft noch einmal gefiltert, um ein reineres Endprodukt zu erhalten.<\/li>\n<li><b>Lagerung:<\/b> Damit die Mischung zur Ruhe kommt und sich optimal entfalten kann, ist oft eine Lagerung von mehreren Tagen notwendig, bevor die Tinte fertig ist und ausgeliefert werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Herstellung_von_Druckertinte\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Die Herstellung von Druckertinte<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Ist schon die genaue Zusammensetzung \u201eregul\u00e4rer\u201c Tinte gr\u00f6\u00dftenteils ein Geheimnis, wird bei Tinte f\u00fcr Tintenstrahldrucker, die in den so genannten Druckerpatronen zum Einsatz kommt, nicht gerade offener mit den Rezepten umgegangen. Auch hier l\u00e4sst sich allerdings festhalten, dass das <strong>Tintengemisch zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Wasser<\/strong> (50 bis 90 Prozent) besteht; auch im Fall von Druckertinte ist die <strong>Reinheit dieses Grundstoffs dabei von elementarer Bedeutung<\/strong>. Weitere Bestandteile, die sich in vielen Druckertinten finden, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Farbstoffe<\/li>\n<li>L\u00f6sungs- bzw. Bindemittel<\/li>\n<li>Befeuchtungsmittel<\/li>\n<li>Harz<\/li>\n<li>Biozide<\/li>\n<li>Fungizide<\/li>\n<li>Tenside<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da an Druckertinte eine F\u00fclle spezifischer Anforderungen gestellt werden, ist davon auszugehen, dass auch der <strong>Herstellungsprozess wesentlich komplizierter ist als bei normaler Schreibtinte<\/strong>. Tinte f\u00fcr Tintenstrahldrucker soll m\u00f6glichst nicht innerhalb des Druckkopfes eintrocknen (bei l\u00e4ngerer Nichtnutzung des Ger\u00e4tes), gleichzeitig aber innerhalb k\u00fcrzester Zeit nach dem Druck auf dem Papier trocken werden. Weiterhin werden die Tinten individuell auf die einzelnen Ger\u00e4te beziehungsweise D\u00fcsen angepasst, wobei besonderes Augenmerk darauf gelegt werden muss, dass <strong>m\u00f6glichst kleine Tr\u00f6pfchen<\/strong> ausgestrahlt werden, um ein <strong>klares<\/strong> <strong>Druckbild<\/strong> zu garantieren. Dies schn\u00fcrt die Flie\u00dfeigenschaften der Tinte wiederum in enge Grenzen. Schlie\u00dflich kommt es noch auf das <strong>Druckverfahren<\/strong> an, f\u00fcr das der jeweilige Tintenstrahldrucker ausgelegt ist: entweder arbeitet er mit dem <strong>piezoelektrischen Verfahren<\/strong> (welches sich der derzeit kleinsten Tintentr\u00f6pfchen weltweit bedient) oder aber mit <strong>thermoaktiver Tinte<\/strong>, die vor allem im <strong>Textildruckverfahren<\/strong> zum Einsatz kommt.<\/p>\n<h2 class=\"western\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Fazit_Tintenherstellung_ist_eine_Wissenschaft_fuer_sich\"><\/span><span style=\"color: #00000a;\">Fazit: Tintenherstellung ist eine Wissenschaft f\u00fcr sich<\/span><span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Insbesondere die <strong>Hersteller von Druckertinte investieren sehr viel Zeit und Ressourcen<\/strong> in die Entwicklung hochwertiger Produkte, die einer F\u00fclle von Anforderungen gerecht werden und eine ebenso <strong>gro\u00dfe Menge an Qualit\u00e4tstests<\/strong> bestehen m\u00fcssen, um ins Sortiment aufgenommen zu werden. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die genaue Prozedur der Herstellung streng geheim ist \u2013 und wir in der Folge auch nur bedingt dazu in der Lage sind, Ihnen Informationen dar\u00fcber zukommen zu lassen.<\/p>\n<p>Umso interessanter ist indes die <strong>Herstellung von Tinte nach historischen Rezepten<\/strong>; und in diesem Zusammenhang k\u00f6nnen Sie sich sogar selbst ausprobieren und so vielleicht in der Folge auch Ihre pers\u00f6nliche Affinit\u00e4t zum Zeichnen oder f\u00fcr die Kalligrafie entdecken. Dazu sei Ihnen das <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Kleines-Rezeptbuch-historischen-Nicolaus-Equiamicus\/dp\/3890945937\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1541686322&amp;sr=8-1&amp;keywords=Tintenherstellung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kleine Rezeptbuch der historischen Tinten<\/a> empfohlen, \u00fcber das im Allgemeinen viel Gutes gesagt wird. Wir w\u00fcnschen Ihnen viel Vergn\u00fcgen beim Ausprobieren und w\u00fcrden uns freuen, wenn Sie Ihre Erfolge hier in den Kommentaren oder auch bei <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/tintencenter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook<\/a> mit uns teilen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Tinte geh\u00f6rt zu den Erfindungen, welche die Kulturen und somit die Entwicklung der Menschheit nachhaltig beeinflusst haben. Doch wie wird Tinte hergestellt \u2013 und wie hat sich der Fertigungsprozess im Laufe der Jahrhunderte (von der <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.tintencenter.com\/blog\/wie-wird-tinte-hergestellt\/\" title=\"Wie wird Tinte hergestellt? 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